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Webentwicklung: Muss es immer Scrum sein?

Erfolgreiche Web-Entwicklung kennt verschiedenste Ansätze. Eine beliebte Methode eine Webapp zu entwickeln, ist Scrum. Doch muss es immer Scrum sein? Wir nehmen die Antwort gerne schon einmal vorweg: Nein, es muss nicht immer Scrum sein. Webbasierte Software-Anwendungen können auch mit der Hilfe von anderen Methoden entwickelt werden. Wir von EXWE sind Expertern im Bereich Web-Entwicklung und möchten dir mit diesem Artikel hilfreiche Informationen zur Planung deiner Web-App geben. Für alle Fragen rund um das Thema Web-Entwicklung stehen wir dir natürlich gerne zur Seite. Welche Alternativen das sind, stellen wir dir in diesem Beitrag vor! Einerseits möchten wir dir aber auch zeigen, wie Scrum bei Web-Entwicklung normalerweise eingesetzt werden kann und wie sie zum Erfolg wird. Andererseits beleuchten wir auch, wann Scrum nicht eingesetzt werden sollte und zeigen dir in einer Übersicht die Vor- und Nachteile des Vorgehensmodells. Natürlich wird Scrum nicht nur bei der Web-App-Entwicklung genutzt, sondern auch in der Entwicklung von Individualsoftware bzw. individuellen Anwendungen. In diesem Artikel wollen wir uns aber vor allem beispielhaft auf die Web-Entwicklung konzentrieren.

Lesezeit 4 min

Was dich erwartet
  1. Was ist Scrum genau?
  2. Wie funktioniert Scrum bei der Web-Entwicklung?
  3. Wann sollte Scrum nicht eingesetzt werden?
  4. Übersicht: Vorteile und Nachteile von Scrum
  5. Alternative Methoden für die Erstellung einer webbasierten Software
  6. Extreme Programming
  7. Prototyping
  8. Kanban
  9. Wie funktioniert Kanban bei der Entwicklung einer webbasierten Software?
  10. Unser Fazit

Was ist Scrum genau?

Falls du den Begriff Scrum zwar bereits gehört hast, aber nicht weiß, worum es sich dabei handelt, haben wir dir hier die Methode nochmal zusammengefasst. Bei Scrum handelt es sich um eine Vorgehensweise in der Projektplanung. Vor allem bei der agilen Softwareentwicklung, zu der auch die Web-Entwicklung gehört, wird Scrum eingesetzt.

Um die Vorgehensmethode umsetzen zu können, werden immer drei Verantwortlichkeiten bestimmt. Das sind die Entwickler, der sogenannte Scrum Master und der Product Owner, also die Person, die sich um den wirtschaftlichen Erfolg der webbasierten Software kümmert. Die Entwickler beschäftigen sich mit der Umsetzung der Web-Anwendung und der Scrum Master sorgt für die Einhaltung der Scrum Vorgehensweise.

Wie funktioniert Scrum bei der Web-Entwicklung?

Nun ist natürlich die Frage, wie Scrum in der Umsetzung, vor allem bezogen auf Web-Entwicklung, funktioniert. Wir haben dir eine kurze Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengestellt. Mit dieser Anleitung kannst du nachvollziehen, wie Scrum idealerweise bei der Erstellung einer Web App eingesetzt werden 

1. Start eines Sprints

Sprints sind der Hauptbestandteil von Scrum. Es handelt sich dabei um den Oberbegriff eines Abschnitts, der wiederum mehrere Schritte enthält. Ist ein Sprint abgeschlossen, startet der nächste Sprint. Grundsätzlich wird für einen Sprint immer ein zeitlicher Rahmen festgelegt, der dann auch für die weiteren Sprints gelten soll. Ein Sprint sollte dabei nicht länger als vier Wochen dauern.

Wenn Scrum das erste Mal in einem Projektteam eingesetzt wird, kann es sein, dass zunächst kürzere Sprints eingelegt werden, um die optimale Sprintdauer für das Projekt herauszufinden. Generell hat sich eine Sprintdauer von zwei Wochen etabliert.

2. Sprint Planning

Nun beginnt der erste Sprint so richtig. Damit dieser auch erfolgreich wird, geht es zunächst an das Sprint Planning. Dabei sollen die Anforderungen und Ziele des folgenden Sprints hinsichtlich des Web-Entwicklungs-Projekts und den zu entwickelnden Anwendungen festgelegt werden. Am besten geht dies, wenn folgende Fragen geklärt werden:

Was soll in diesem Sprint erledigt werden?

Wie und wer wird diese Aufgaben erledigen?

Welchen Mehrwert soll dieser Sprint am Ende bieten bzw. wie kommt man dem Ziel des endgültigen Abschlusses des Web-App-Projekts durch diesen Sprint näher?

Sind diese Fragen geklärt, kümmert sich der Product Owner darum, die Reihenfolge der Aufgaben festzulegen und diese an die Entwickler weiterzugeben. Die Entwickler müssen daraufhin natürlich auch eine realistische Einschätzung geben können, ob diese Aufgaben in einem Sprint umgesetzt werden können.

3. Das Tagesgeschäft mit dem Daily Scrum

Beim Daily Scrum kommen vor allem die Entwickler, oft aber auch Product Owner und Scrum Master morgens zusammen, um in 15 Minuten alle neuen Informationen auszutauschen. Es geht dabei nicht um die Lösung von aufkommenden Problemen, sondern sich auf den neusten Stand zu bringen. Alle Teilnehmer erzählen, was sie seit dem letzten Daily Scrum gemacht haben, was die Zielsetzung bis zum nächsten Daily Scrum sein wird und welche Hindernisse es dabei gibt.

4. Nach dem Daily Scrum

Nach der 15-minütigen Besprechung können die Entwickler selbst entscheiden, welche Arbeitsmethode für sie die beste ist. Ziel ist es, sich auf die Erledigung der Aufgaben bis zum nächsten Daily Scrum zu konzentrieren. Wie die einzelne Person dieses Ziel erreicht, ist prinzipiell egal.

Sind im Daily Scrum noch Fragen oder Probleme aufgetaucht, können diese in einzelnen kleinen Besprechungen mit den Beteiligten geklärt werden.

5. Sprint Review

Die Sprint Review erfolgt immer zum Ende eines jeweiligen Sprints. Die Ergebnisse des Sprints werden den Projektverantwortlichen oder den Auftraggebern vorgestellt. Diese werden gebeten, Ihr Feedback zu den bisherigen Fortschritten zu geben. Aufgrund des Feedbacks kann dann der nächste Sprint besser geplant werden.

6. Das Ende des Sprints: Die Sprint Retrospektive

Der wirklich letzte Schritt eines Sprints ist die Sprint Retrospektive. Denn nun sollen alle Teilnehmer des Sprints nochmal zurückblicken und analysieren, was gut funktioniert hat und was noch verbessert werden sollte. Ziel sollte immer sein, die Zusammenarbeit im Web-Entwicklungs-Team zu verbessern und das Maximale herauszuholen.

Wann sollte Scrum nicht eingesetzt werden?

Scrum lässt sich eigentlich bei jedem Web-Entwicklungs-Projekt einsetzen, jedoch ist es nicht immer sinnvoll. Damit diese Methode funktioniert und zu einem erfolgreichen Projektabschluss führt, müssen alle Teilnehmer der einzelnen Sprints an diese Art der Vorgehensweise glauben und von ihr überzeugt sein. Die eigene Motivation ist ein entscheidender Faktor für den Ausgang des Projekts. Im Prinzip sollte jeder Entwickler, der Product Owner und natürlich auch der Scrum Master Lust auf agile Webentwicklung mit Scrum haben. Ist dies nicht der Fall, ist Scrum als Vorgehensweise nicht die beste Entscheidung.

Übersicht: Vorteile und Nachteile von Scrum

Vorteile:

+ Selbstorganisation im Unternehmen wird gefördert

+ Es gibt wenige Regeln für die Web-Entwicklung mit der Scrum-Methode

+ Daher ist sie auch schnell umsetzbar und für Teilnehmer verständlich

+ Regelmäßige Meetings und Absprachen sorgen für Transparenz

+ Nach jedem Schritt wird Entwicklung verbessert und es kann eine erfolgreiche, webbasierte Software entstehen

Nachteile:

- Es ist schwierig, den gesamten Überblick über das Projekt zu behalten

- Sprintplanungen können viel Zeit einnehmen

- Koordination zwischen unterschiedlichen Web-Entwicklungs-Teams könnte schwierig werden

- Je nach Hierarchien ist Scrum nicht mit der Unternehmensstruktur vereinbar

- Kommunikationsaufwand ist sehr hoch

Alternative Methoden für die Entwicklung einer webbasierten Software

Da Scrum nicht für jedes Team funktioniert, möchten wir dir nun weitere Vorgehensmodelle vorstellen, mit denen du und dein Team das Projekt webbasierte Software erfolgreich umsetzen könnt.

Extreme Programming

Eine Alternative zu Scrum in der agilen Software- oder Webentwicklung ist Extreme Programming, abgekürzt auch XP. Fokus liegt bei dieser Vorgehensweise auf der Kommunikation. Dabei geht es vor allem um die Kommunikation des Entwicklerteams mit dem Auftraggeber bzw. Kunden. Er soll mit in die Entwicklung eingeplant werden und aktiv teilnehmen. So soll das Projekt schnell zum Abschluss gebracht werden können. Neue Funktionalitäten werden direkt eingebaut, getestet und vom Kunden überprüft. Denn so kann er zu jedem Zeitpunkt des Entwicklungsprozesses eingreifen und entscheidende Impulse geben, bevor das Projekt sich in eine falsche Richtung entwickelt. Das Konzept des Extreme Programming beruht vor allem darauf, dass zu Beginn eines Projekts nicht immer klar ist, welche Funktionen eingebaut werden müssen und welche vielleicht auch überflüssig sind.

Vorteile:

+ Kunde kann aktiv an Web-Entwicklung teilnehmen

+ Hohe Kommunikationsbereitschaft führt zur Vermeidung von Missverständnissen

+ Wenn Kunde mit bestimmten Lösungen nicht zufrieden ist, kann schnell reagiert werden

+ Der Austausch im Entwicklungsteam und mit dem Kunden kann zu den besten Lösungen führen

Nachteile:

- Stetige Erreichbarkeit des Kunden und des Entwicklerteams muss gegeben sein

- Ein Projekt kann vom Kunden nicht einfach nur an das Entwicklerteam übergeben werden, er muss Zeit haben, mitzuwirken

- Zu viel Austausch konnte dazu führen, dass der Fokus verloren geht

- Die Bedingungen der Kommunikation und Erreichbarkeit müssen festgelegt werden, damit es nicht zu vermeidbaren Konflikten kommt

Prototyping

Wie der Name dieser Methode schon sagt, geht es beim Prototyping darum, erstmal einen Prototyp zu erstellen, beispielsweise von einer webbasierten Software. Es wird also erstmal eine Basis erstellt, mit der sich einfach die weitere Vorgehensweise skizzieren lässt. Anstatt mit dem Kunden oder innerhalb des Web-Entwickler-Teams über ein abstraktes Modell zu sprechen, kann der Prototyp für die zukünftige Entwicklung genutzt werden. Der Kunde bekommt so einen ersten Eindruck vom Endprodukt und kann noch sein Feedback geben, ohne dass vorherige Funktionen umsonst erstellt worden sind.

Vorteile:

Das Risiko einer fehlerhaften Entwicklung sinkt

Bedingungen oder Probleme, die zuvor nicht bedacht werden können, können durch den Prototyp erkannt werden

Der Kunde weiß, was er vom fertigen Produkt in etwa erwarten kann, da er schon eine beispielhafte Software zu Gesicht bekommen hat

Am Prototyp kann nach Kundensichtung einfach weitergearbeitet werden. Arbeitszeit wird also nicht verschwendet.

Nachteile:

- Die Entwicklung eines unverbindlichen Prototyps kann in manchen Entwicklerteams für webbasierte Software dazu führen, dass die Anforderungen des Kunden nicht ausreichend dokumentiert werden

Kanban

Kanban kommt ursprünglich aus dem Toyota-Produktionssystem. Für die Nutzung in der IT werden vor allem Elemente, die auch bei der Lean Production oder beim Lean-Development genutzt werden, etabliert. Die Schritte aus der Automobilbranche finden sich in der Software- und Web-Entwicklung so nicht wider.

Vereinfacht gesagt, sollen beim Lean-Development unnötige Prozesse aufgedeckt und vermieden werden. Für die Kanban-Methode spielt dies ebenfalls eine große Rolle. Projekte sollen vor allem schnell entwickelt werden, ohne an Qualität einbüßen zu müssen.

In die Informationstechnik eingeführt wurde Kanban von David Anderson, der vier Grundprinzipen formulierte. Diese wollen wir dir kurz vorstellen:

1. Beende erst eine Aufgabe

Bevor du dich mit einer weiteren Aufgabe beschäftigst, solltest du zuerst die Aufgabe beenden, die du gerade vor dir hast. Du beginnst also jeden Tag mit dem, was gerade deine Aufgabe ist, bevor du zum nächsten Schritt übergehst.

2. Habe immer Verbesserung im Sinn

Ein weiteres Grundprinzip von Kanban ist, dass du dich, deine Arbeitsweise und dein Projekt stetig durch kleine Schritte verbesserst und weiterentwickelst.

3. Finde Einklang mit bereits bestehenden Vorgehensweisen

Manche Dinge müssen nicht verändert werden, wenn sie gut funktionieren. Kanban kann auch parallel eingesetzt werden.

4. Traue dich, Verbesserungsvorschläge zu machen

Hinter Kanban steckt auch, dass sich jeder Beteiligte einbringen darf und sollte, wenn es zur Verbesserung beiträgt.

Wie funktioniert Kanban bei der Entwicklung einer webbasierten Software?

Bei der Kanban-Methodik wird mit Visualisierung gearbeitet, um zu jedem Zeitpunkt den aktuellen Status einer Aufgabe einsehen zu können. Dafür wird ein sogenanntes Kanban-Board genutzt, welches verschiedene Spalten aufzeigt. Die Spalten zeigen den aktuellen Status einer einzelnen Aufgabe bzw. eines Aufgabenpakets. Die einzelnen Aufgaben werden wiederum auf Karten notiert und enthalten alle wichtigen Informationen zur Umsetzung und Zielsetzung sowie den Wichtigkeitsgrad. Verändert sich der Status einer Aufgabe wird die dazugehörige Karte in die nächste Spalte geschoben.

Vorteile:

+ Kanban gibt Leitsätze vor, die sich auch mit Scrum vereinbaren lassen. Verwendet dein Team bereits Scrum, kann Kanban auch ergänzend genutzt werden und die Entwicklung noch verbessern

+ Es kann auch nach und nach eingeführt werden, ohne eine große Umstellung von jetzt auf gleich zu provozieren. Du kannst deinem Team ein Grundprinzip nach dem anderen umsetzen lassen.

+ Das gesamte Team ist zu jeder Zeit über den Status der Aufgaben informiert. Dies führt auch dazu, dass jeder seine Aufgaben möglichst zielorientiert anpackt, um Karten in die nächste Spalte schieben zu können

Nachteile: 

- Große Projekte der Web- oder auch Softwareentwicklung, die über einen langen Zeitraum geplant werden müssen, lassen sich nur schwer mit einem Kanban-Board umsetzen

- Auch ein großes Team steht dem Board eher entgegen. Die Übersicht geht verloren.

- Die Grundprinzipien musst du dir immer wieder vor Augen führen. Einen festen Ablaufplan bestimmt Kanban nämlich nicht

Unser Fazit

Wir hoffen, du konntest durch unseren Artikel einen guten Überblick über die Vorgehensweisen bekommen. Aber am Ende kommt es immer darauf an, auf welche Vorgehensweise das Entwicklerteam deines Unternehmens Lust hat. Daher schadet es auch nicht, wenn verschiedene Modelle zunächst getestet werden. So kann am Ende das Modell für zukünftige Projekte genutzt werden, das am besten umzusetzen war und den Entwicklern am meisten gefallen hat. Vielleicht entwickelt dein Team ja sogar eine eigene Strategie, die Elemente aus allen Vorgehensmodellen enthält. Unter dem Strich ist es wichtig, dass das Endprodukt stimmt. Wie es zu diesem Produkt kommt, muss nicht in ein bekanntes Vorgehensschema passen. Wenn du und dein Unternehmen aber weitere Hilfe bei der Web-Entwicklung benötigst, dann kontaktiere uns gerne. Wir stehen dir gerne zur Seite und beantworte dir alle Fragen. 

 

Meike
Meike
vom 10.12.21 um 15:34

Hallo, mein Name ist Meike. Ich betreue das EXWE Backoffice und bin für unsere Social-Media Kanäle zuständig. All unsere Artikel sollen dir das Leben erleichtern und eine Entscheidungshilfe sein. Trotzdem kann es mal vorkommen, dass etwas unklar bleibt, daher: Wenn du Fragen zu diesem Artikel hast erreichst du mich ganz einfach unter +49 231 93149827

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